Feuerball Verein für brandverletzte Kinder und Jugendliche
FeuerballVerein für brandverletzte Kinder und Jugendliche

Unsere Sommercamps

Wir schreiben das Jahr 1999 – 3 vermummte Gestalten auf zwei Brettern bahnen sich in Eiseskälte ihren Weg durch schier unwegsames Gelände. Stunden später, nach Einbruch der Dämmerung herrscht Lagerfeuerstimmung vor dem wärmenden Kamin in der traumhaft eingerichteten Holzhütte.

 

 

Vermutlich nicht ganz so spektakulär, aber schon sehr nahe daran, war unser erstes Camp 1999. Der Verein Feuerball, allen voran Christine Loidl, beschloss damals, das Projekt eines Camps für Brandverletzte zu starten, um betroffenen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und sich über alltägliche Probleme auszutauschen.

 

Um diese damals noch kleine Idee auszuprobieren, startete der Verein Feuerball ein Wintercamp in Schladming mit drei brandverletzten Kindern – Daniel, Florian und Martina.
Nachdem dieses Camp ein voller Erfolg sowohl sportlich – Daniel lernte mit dem Verein das Schifahren – als auch auf sozialer Ebene war, veranstaltete Christine Loidl mit einem Jahr Pause 2001 das erste richtige Sommercamp am Appelhof in Mürzsteg mit knapp 20 brandverletzten Kindern aus der Steiermark und Kärnten.

 

Rasch wurde uns bewusst, dass bei vielen Kindern nach dem Unfall nicht nur Narben, sondern auch große seelische Probleme zurückgeblieben sind.

Durch Verbrennungen/Verbrühungen gerät für das brandverletzte Kind oft alles aus dem Tritt:

 

  • Die Belastungen nach dem Unfall brachten jahrelange Eheprobleme zum Eskalieren, sodass Scheidungen anstanden; z.B. kam ein Bub nach seinem Krankenhaus-Aufenthalt nach Hause und sein Vater war ausgezogen. Die Schlussfolgerung des Buben: Papa ist wegen mir ausgezogen, weil ich so hässlich bin, ...
  • Ein Bub wurde von seinem Vater verprügelt, weil er nun kein „richtiger“ Bub mehr war
  • Manche Eltern meinen zu ihren brandverletzten Kindern: Es wird alles wieder gut – aber nun stellen sie fest, dass Narben zurückbleiben, ....
  • Einer Mutter, der die Schuld am Unfall zugewiesen wurde, kämpfte als Folge daraus noch einige Jahre mit Alkoholproblemen

Ziemlich bald wurde uns bewusst, wie wichtig es ist, den Kindern die Möglichkeit zu bieten, sich mit anderen auszutauschen. Das alltägliche Leben mit den Narben oder Unfallserinnerungen ist selten einfach, was es umso notwendiger macht, eine Gelegenheit zu haben, mit anderen Betroffenen, die einen - ohne lange Erklärungen - verstehen, zu reden.

Aber nicht nur der Effekt des Redens ist hilfreich. Bei unseren Camps lernen wir oft Jugendlichen Schwimmen, weil sie sich nie getraut haben, alleine mit ihren Brandverletzungen in ein Schwimmbad zu gehen. Manche schwimmen zum Beispiel nur im T-Shirt, um ihre Brandverletzungen nicht zeigen zu müssen. Des Weiteren sprechen wir über möglichen Kindernachwuchs bei brandverletzten Kindern, deren Genitalien und Brust verstümmelt wurden, wir zeigen Kindern auf, wie sie sich im Kindergarten oder in der Schule gegen Hänseleien wehren können oder sprechen das Problem der psychischen Folgen an (der Unfall hat oft noch nach Jahren seine Auswirkungen).

Dank vieler Sponsoren konnten wir unser Camp immer an anderen Orten in Österreich und zwei mal bereits im Ausland veranstalten.

Eines aber ist sicher, ganz egal wo wir unser Camp abhalten eine riesen „Gaude“ ist es immer … viele lachende Gesichter, tolle Erlebnisse und einigen Tipps und Tricks später, wie man mit den Verbrennungen und Verbrühungen umgehen kann, beenden wir unser Camp Jahr für Jahr. Sowohl unsere „Großen“ (einige sind über 20) also auch unsere „Kleinen“ (es gibt immer wieder 5 – 6 Jährige) genießen diese unbeschwerte Woche mit Gleichgesinnten sehr.

 

Aber das Wichtigste wurde noch gar nicht gesagt, unser Camp war, ist und bleibt für alle KOSTENLOS! Dadurch wollen wir vermeiden, dass Kinder, bei denen es z.B. durch den Unfall finanzielle Engpässe gibt, zu Hause bleiben müssen.

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Gewerbepark 186
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Fax: +43 (0) 3113/5115 -15

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